
Unsere Kampagne gegen den Missbrauch von Tieren zu Unterhaltungszwecken ging heute in eine neue Runde. Sechs Kundgebungen mit bis zu 25 Teilnehmern in Schorndorf, Winnenden, Remseck und Freiberg liegen hinter uns, nun kamen heute in Leonberg trotz widriger Wetterbedingungen und Feiertagsausfall 12 Mitstreiter zusammen, um zum siebten Mal gegen Circus Kaiser, einen der dubiosesten Wanderzirkusse in der Region, zu demonstrieren.
Wie bereits in Schorndorf beträgt die Gesamtfläche des Zirkusgeländes hier weniger als 400 Quadratmeter. Die Hälfte davon umfasst das Programm- sowie das Vorzelt, mindestens ein weiteres Viertel ist mit Gerümpel bedeckt. Das Außengehege für einen Großteil der mitgeführten Tiere fällt damit sogar noch wesentlich kleiner aus als beim Kübler-Areal in Schorndorf (vormaliger Standort von Circus Kaiser, der Medienberichten zufolge sogar illegal besetzt worden ist). Die Mindestflächen, die in den Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen festgelegt sind (75 qm für bis zu drei Lamas, 150 qm für drei Großkamele sowie 100 qm für bis zu fünf Pferde), sind hier nicht einmal im Ansatz gegeben. Es ist uns ein Rätsel, wie das Veterinäramt Böblingen diese Zustände akzeptieren konnte.
Am Mittwoch, den 27. März 2013 hat PETA bereits beim Veterinäramt Anzeige aufgrund eines in Leonberg geborenen Lamafohlens erstattet, da dieses gemäß den obigen Leitlinien keinen Reisestrapazen ausgesetzt werden darf. Die Erfahrung zeigt, dass die gebotenen Amtshandlungen üblicherweise trotz alledem ausbleiben. Dennoch hoffen wir, dass das Böblinger Veterinäramt seine Aufgaben hier wahrnimmt.
Doch es sind nicht nur größere Flächen, für die wir eintreten. Wir lehnen die Wildtierhaltung und die Tierdressur auf das Schärfste ab. Es liegt nicht in der Natur der freiheitsliebenden Tiere, tagein und tagaus ihr Dasein in winzigen Gehegen und Käfigen zu fristen, in Transportboxen von Ort zu Ort gekarrt zu werden und monotone Kunststücke unter ständiger Angst vor Gewalt durchzuführen, denn anders ist eine Zirkusdressur von Wildtieren nicht möglich. Wir wollen die Tiere in ihrer artgerechten Umgebung und in Freiheit sehen und werden weiterhin für sie auf die Straße gehen, bis auch Circus Kaiser von der Tierquälerei ablässt.
Der Wille der Tiere zur Freiheit hat sich heute mit einem weiteren, keineswegs überraschenden Ausbruchsversuch bestätigt. Mitten während unserer Demonstration verließen eine Ziege und ein Schaf das Zirkusgelände hin zur von Autos befahrenen Fahrbahn. Nicht genug, dass die Zirkusbetreiber aufgrund ihrer Unfähigkeit, das Gelände abzusichern, die Tiere einer großen Gefahr aussetzen, zeigen sie auch keinerlei Einsicht in ihr Fehlverhalten und maßen sich stattdessen sogar noch an, die Verantwortung für solche Fälle den „militanten Tierschützern“ zuzuschieben, welche angeblich Befreiungsaktionen durchführen und Tiere ihrem Schicksal überlassen.
Kurz vor Vorstellungsbeginn deckten die Zirkusbetreiber die Sicht auf das Außengehege durch eine Plane ab, vermutlich, um uns die Dokumentation der alltäglichen Tierquälerei während des Treibens zu erschweren. Solche Aktionen werden jedoch nichts an der Tatsache ändern, dass es Menschen gibt, die friedlich für ein Ende der Tierausbeutung eintreten. Viele Passanten schenkten uns heute positiven Zuspruch aufgrund unser Aktionen. Wollen wir nun hoffen, dass der Gesetzgeber diese Stimmen hört und endlich für ein Wildtierverbot in Zirkussen eintritt, wie es viele andere europäische Staaten, darunter Österreich, Belgien und Slowenien, bereits vorgemacht haben.
Nächsten Samstag, den 6. April sind wir wieder von 14:00 bis 16:30 Uhr bei der Maybachstraße in Leonberg gegen Circus Kaiser aktiv.